DACHGESCHOSSZUBAU

Amtsstraße 

"Der Ortskern des Dorfes Groß Jedlersdorf wurde im 12.Jahrhundert auf einer Insel angelegt, deren Mittellinie in etwa die Amtsstraße bildet. Im Jahr 1745 brach ein Feuer im Dorf aus. Auch die Kapelle brannte. Alle Anstrengungen, die Flammen zu löschen, blieben erfolglos. Da erinnerte man sich eines Bildes der Mutter Gottes von Maria-Taferl, das der Wallfahrtsführer Franz Dattler in seinem Haus verwahrte. Das Bild wurde geholt und voll Vertrauen in eines der brennenden Häuser geworfen. Die Legende weiß zu berichten, daß eben in jenem Haus das Feuer überraschend erlosch.Nachdem die verkohlten Trümmer und die Asche weggeräumt worden waren, kam das Marienbild zum Vorschein: es war unversehrt.

Daraufhin wurde eine neue Kapelle gebaut und in ihr das Bild aufbewahrt. 1809 kamen die Franzosen und brannten den Ort völlig nieder. Das in der Kirche aufbewahrte Marienbild blieb dabei abermals unbeschädigt. Die Kirche wurde wieder aufgebaut, ihr Name ist katholischen Pfarrkirche hl. Karl Borromäus."

(Wien XXI. Floridsdorf Das Heimat Buch von Raimund Hinkel)

 

Direkt gegenüber der Kirche liegt der Kandlhof, eines der wenigen Gebäude in der Amtsstraße bei welchem noch die barocken Kastenfenster und der Fassadenschmuck erhalten ist. Es liegt auf einem langgestreckten Grundstück, mit einem Vordertrakt, einem Seitentrakttrakt der sich an der nördlichen Grundgrenze tief in das Grundstück erstreckt und einem Hintertrakt der im Osten und Westen von großen Gartenflächen umgeben ist.

 

Der Wunsch der Bauherren war es das Dach auszubauen und Maisonette-wohnungen herzustellen mit Wohnen im Erdgeschoss und Schlafen im Dachgeschoss.

 

Die Decken über dem Erdgeschoss waren in jedem Trakt unterschiedlich.

Im Vordertrakt gab es eine Tramdecke, im Seitentrackt eine Platzldecke (sich wiederholende flache Segmenttonnengewölbe) und im Hintertrakt eine Gewölbedecke. Im Vordertrakt und Hintertrakt wurde eine Verbunddecke hergestellt, im Seitentrackt nicht.

 

Im Vordertrakt wurde im Dach eine abwechslungsreiche Landschaft geschaffen.

Der eckseitig gelegene Holzzubau ist bündig mit der Außenwand und ist baurechtlich gesehen eine Gaube. Alle Wohnungen sind in den zentralen Garten orientiert.

 

Mit den bestehenden Holzbalken aus dem Dach wurde im hinteren Hof  ein Atelierlager errichtet.

 

2013-2015 Leistungsumfang: Planung, Genehmigung, Baubegleitung

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